lehrerinnengespräche …

… im kozi aus der letzten woche. wortgetreu zitiert und (fast) nicht kommentiert:

kollegin a sitzt mit dem englisch-buch am tisch und flucht leise vor sich hin.

kollegin b kommt dazu: „hast du jetzt auch das neue buch? das ist doch furchtbar!“

a: „ja. muss alles wieder von vorn anfangen beim vorbereiten. die ganzen tollen arbeitsblätter sind zum wegwerfen.“

b: „da ist doch keine ordnung im buch! früher hatte ich ein schönes tafelbild, einen motivierenden einstieg in die stunde … jetzt geht alles immer in einer wurst durch!“

a: „man muss jetzt eben einfach alle themen durchkriegen. das hat uns die neue kompetenzorientierte zentralmatura eingebrockt“

b: „die ist doch eh schon wieder verschoben worden. und nächstes jahr verschieben sie es wieder.“

a: „und selbst wenn: hast du dir die beispiele dafür angesehen? das niveau ist so gelegt, dass keiner durchfällt. und alles so breit gestreut, dass es kaum sehr gut geben wird.“

b: „totaler blödsinn. wir wissen doch am besten, was eine schülerin kann und was nicht. wieso muss jetzt unbedingt jemand anderer die maturathemen festlegen?“

a: „du – gestern wollte ich die beigepackte cd in den cd-player einlegen und eine hörübung machen -> geht nicht!“

b: „das ist eine cd-rom.“

a: „cd-rom? und wofür soll das gut sein? die kassetten früher haben wenigstens noch funktioniert!“

b: „aber auf der cd-rom sind übungen für die schülerinnen drauf. inklusive lösungen.“

a: „weil die das eh verwenden.“

b: „hast recht. die machen ja nicht einmal die hausübungen. sind sogar zu faul um die 15 vokabel für den test zu lernen.“

… meine aufnahmefähigkeit für negative energien war damit für diesen tag aufgebraucht. ich verließ den ort des geschehens und kann nur mutmaßen, dass es in dem gespräch keine positiven wendungen mehr gab.

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10 Antworten zu lehrerinnengespräche …

  1. Mirka schreibt:

    Veränderungen sind ja eh ziemlich gefährlich, hörte ich.

  2. Gerd schreibt:

    Liebgewonnene Angewohnheiten möchte man eben nicht missen, da diese mit einem Umdenken verbunden sind, das Energie erfordert. Der Aspekt der Verbesserung oder Verschlechterung in einer Sache tritt dabei zunächst einmal in den Hintergrund.
    Nicht jede Veränderung bringt auch eine Verbesserung, wo aber wäre die Menschheit heute ohne jegliche Veränderung.

  3. misswirtschaft schreibt:

    was mich ärgert: oft sind gerade die lehrpersonen, die bei ihren schützlingen vehemente lernbereitschaft einfordern, selber mäßig lernwillig …

  4. martina schreibt:

    Heute im LehrerInnenzimmer gehört: „Oje, unser PC wurde neu aufgesetzt, kann mir jemand sagen, wo ich jetzt meine Dateien finde?“ 😦

  5. likik schreibt:

    Sensationell!!!!!! Aus dem Leben eines Lehrers gegriffen! 🙂 In solchen Situationen bin ich froh, dass wir keine Spione im KOZI haben – wäre doch ein gefundenes Fressen für die Presse, um wieder mal an den Lehrern herumzunörgeln! Liest man diesen Eintrag (und viele andere) – ist klar, warum Lehrer in der Gesellschaft keinen guten Ruf mehr haben! Schade nur, dass vom Volk dabei immer vergessen wird, dass es auch andere LP gibt!

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