blogparade „reflektierende praktiker (lehrende und co)“

an einem lauen abend mitten in den sommerferien lese ich folgenden tweet: „Frage an LehrerInnen: Wer führt zur Unterstützung eigener Praxisreflexion ein Arbeitsjournal? Oder: Wie sieht eure ReflexionsROUTINE aus?“. mittlerweile hat herrlarbig sogar eine blogparade zu diesem thema ausgerufen.

immer schon hab ich mich in der schule nicht nur als lehrerin sondern auch als lernende empfunden. echtes lernen im sinne von persönlicher weiterentwicklung braucht reflexion – schwierig genug, dies den schülerinnen im unterrichtsalltag laufend abzuverlangen. aber wie sieht meine eigene reflexionsroutine aus?

die tägliche reflexion … passiert in gesprächen mit gleichgesinnten kolleginnen. damit meine ich nicht das kollektive ausk… in der pause im kozi (= konferenzzimmer). nomen est omen. wir haben uns daher einen ruhigeren platz außerhalb gesucht. zum austauschen von ideen. zum ausheulen, wenn was schief gelaufen ist. zum auftrumpfen, wenn eine projekt funktioniert hat. die gespräche haben nicht unbedingt supervisions-charakter. aber sie tun der seele gut.

die wöchentliche reflexion … findet am wochenende zeit & raum. mindestens ein spaziergang (dauer wahlweise 30 minuten bis mehrstündig). nur ich und viel frische luft. nochmal im geist die erlebnisse der letzten woche durchgehen. ich ärgere mich drüber, wenn mein kardinalfehler (zu wenig konsequenz) passiert. ich freue mich nochmal über gute gespräche mit schülerinnen oder gelungene stunden bzw. projekte. und plane im groben die nächste woche durch. 

die monatliche reflexion … wie ich sie mir wünsche 😉 und wie sie auch (je nach klassenlehrerinnenteam) manchmal stattfindet. ein teil (meist 3-6) der klassenlehrerinnen treffen sich in regelmäßigen abständen zu teamsitzungen. man bespricht einzelne vorfälle in der klasse. reflektiert gemeinsam über die festgesetzten pädagogischen ziele und maßnahmen. das wirklich große problem besteht hier leider in der praxis bei der organisation dieser treffen. der schulalltag mit vorbereitungen, korrekturen, unterrichts- und vertretungsstunden nimmt so viel zeit in anspruch, dass für das kerngeschäft zu wenig zeit bleibt. obwohl jede kollegin aus diesen teamsitzungen bereichert und gestärkt nachhause geht, ist es im vorfeld immer schwierig bis unmöglich einen gemeinsamen termin zu finden.

die jährliche reflexion … in den osterferien. noch vor abschluss des schuljahres vergleiche ich soll (geplante projekte, schwerpunkte …) mit haben. um die schlimmsten mängel noch ausmerzen zu können. und weil ich nach matura- und sonstigem abschlussstress nicht mehr mit klarem kopf bilanzieren kann.

was ich mir (als ergebnis meiner reflexion über meine reflexion …) für das nächste schuljahr vornehme: neben dem beharrlichen einfordern der teamsitzungen in „meiner“ klasse wünsche ich mir mehr unterrichtsbesuche von kolleginnen in meinen stunden und werde daher einige einladungen aussprechen. mal sehen, welche anderen tollen ideen in dieser blogparade ans licht kommen … 🙂 danke @herrlarbig für die anregung zum nachdenken übers nachdenken. und für die initiative bei der blogparade 🙂

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu blogparade „reflektierende praktiker (lehrende und co)“

  1. herrlarbig schreibt:

    Ich finde es großartig, war du hier darstellst. Gerade diese Spaziergänge am Wochenende kenne und pflege ich.

    Ich mag es, dass hier schon auf andere Beiträge der Blogarade verwiesen wird und sich zeigt: Ja, Blogger lesen einander, auch wenn die Zeit zum Kommentieren nicht immer verfügbar ist.

    Danke für’s Mitmachen und Gruß,
    Torsten aka @herrlarbig

    • misswirtschaft schreibt:

      ja, die spaziergänge sind gold wert. übrigens verbinde ich den jahresrückblick zu ostern auch mit einer art „auszeit“ in der natur. ob wellness, bergtour oder ähnliches… damit die persönliche erholung nicht zu kurz kommt 🙂

  2. Frl. Rot schreibt:

    „das wirklich große problem besteht hier leider in der praxis bei der organisation dieser treffen. “
    Das ist wirklich schade, denn gerade diese Teamsitzungen sind Gold wert. Habt ihr einen festen Konferenznachmittag? Dadurch ist bei uns viel entzerrt worden.

    • misswirtschaft schreibt:

      leider hat sich bei uns als „freier konferenznachmittag“ der freitag nachmittag eingebürgert. man kann sich vorstellen, wie groß die begeisterung über schulische termine ist, wenn man schon fast im wochenende gelandet ist …

  3. martina schreibt:

    Als Ausgangspunkt für meine Selbstreflexion nehme ich immer das anonyme Feedback, das mir meine Schüler/innen am Ende jeden Semesters auf Moodle geben (müssen). Da man dort weder Schrift noch Namen sieht, fällt das Feedback immer sehr ehrlich aus. Ich genieße es jedesmal und bin immer sehr neugierig darauf. Das mache ich übrigens schon seit über 20 Jahren. Diese Selbstreflexionsidee ist also nichts Neues. Ich fürchte aber, das so manche/r Kolleg/in gar nicht bereit ist, über den eigenen Unterricht zu reflektieren. Das gibt’s leider!

  4. Pingback: Lehrerzimmer » Archiv » Blogparade und anderes Lesenswertes

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s