mehr desselben!

auf die erkenntnis: „schule funktioniert nicht (mehr).“ folgt also von seiten unserer gewerkschaft und unterrichtsministerin die „lösung“: mehr davon! (siehe presseartikel: „schmied ist offen für zehntes pflichtschuljahr“ und „ögb plädiert für zehntes pflichtschuljahr“)

watzlawick beschrieb in seinem buch „anleitung zum unglücklichsein“ eines der erfolreichsten und wirkungsvollsten katastrophenrezepte: mehr desselben. oder länger: „das sture festhalten an anpassungen und lösungen, die irgendwann einmal durchaus erfolgreich oder vielleicht sogar die einzig möglichen gewesen waren.“

schule ist in ihrer aktuellen konstruktion (die auf eine längst vergangene gesellschaft/berufswelt zugeschnitten wurde) in den meisten fällen eine grobe zeitverschwendung für den großteil aller beteiligten. das ganze leiden auf 10 jahre zu verlängern nützt niemandem.

es sei dahingestellt, ob hartmut von hentig mit seiner forderung nach entschulung auf dem richtigen weg ist. immerhin gefällt mir die konklusio dass schule nicht alles sei und dass schülerinnen vor allem eines lernen sollen: selbstwirksamkeit. genau das erleben und erlernen heutzutage jugendliche auf vielfältige weise: beim einüben eines neuen musikstücks mit dem instrument ihrer wahl. bei der übernahme der feuerwacht im wochenendlager der pfadfinder.  beim schnitzen einer neuen perchtenmaske in der werkstatt. beim rasenmähen für den gehbehinderten nachbarn. oder auch beim schreiben / forschen / denken zu interessanten themen. schade, dass dieses leben und ERleben in der schule derzeit so wenig platz findet.

wenn schule es als ihre hauptaufgabe sieht, menschen auf dem weg zu sich selbst zu begleiten – dann müssen wir uns weder um die anzahl der pflichtschuljahre noch um schwänzen sorgen machen …

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2 Antworten zu mehr desselben!

  1. michael schreibt:

    tja, das system genuegt sich selbst. idealismus ist nicht umsonst ein fremdwort.

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