gute lehrerInnen, schlechte lehrerInnen

mitten in den ferien trifft mich die ständig aktuelle diskussion über gute lehrerInnen/schlechte lehrerInnen auf twitter bzw. in diversen blogs (z.B hier) . zweifelsfrei gibt es in der qualität der einzelnen lehrpersonen eine große bandbreite – wie übrigens in jedem anderen berufsfeld auch.

warum aber gerade die qualität der lehrerInnen gesellschaftlich so interessant ist, hat wohl mehrere gründe: zunächst ist schon mal jeder aufgrund der eigenen biografie experte was den lehrberuf anbelangt. man hat ja schließlich mindestens neun jahre lang verschiedenen exemplaren der zunft bei der ausübung zugesehen und nicht selten seine erfahrungen noch durch erzählungen der eigenen kinder vervollständigt. außerdem aber treibt bei der diskussion viele die sorge um die eigenen kinder bzw. die eigene zukunft. was soll bloß aus den kindern werden / in welche richtung wird sich die gesellschaft entwickeln wenn wir uns weiterhin den luxus schlechter lehrerInnen leisten? diese sorgen sind für mich nachvollziehbar, in einigen fällen sogar berechtigt.

stellt sich die frage, was eine lehrperson „gut“ macht bzw. ab wann ist man „schlecht“? eines meiner lieblingslieder von christoph & lollo namens „mittelschulkatheder“ beschreibt wohl ziemlich schlechte lehrerInnen wie folgt: „manche lehrer hassen kinder prinzipiell. bei der disposition ist die berufswahl originell. sie missbrauchen ihre macht für ihre eigene miese sache – viele schüler sinnen nachher jahrelang auf rache.“

vice versa: um im lehrberuf „gut“ zu sein, muss man menschen lieben. in all ihrer unterschiedlichkeit. man muss den umgang mit ihnen lieben. es braucht schlicht & ergreifend eine lebens- und menschenbejahende haltung. wer diese grundlage mitbringt, kann gar nicht mehr als „schlecht“ erlebt werden. alle anderen anforderungen, die an lehrerInnen gestellt werden (teilweise mehr, teilweise weniger durchdacht) sind nachrangig. lehrerInnen sollte dasselbe recht auf unterschiedlichkeit (in ihren lehrmethoden, ihrem auftreten etc.) zugestanden werden, das auch für schülerInnen gilt. leider lässt es die schulorganisation (noch) nicht zu, das es möglichst viele „perfect matches“ gibt. so werden also auch heuer wieder einige schülerInnen in meiner klasse sitzen, obwohl für sie vielleicht kollegin x oder kollge y die bessere wahl wäre. wir werden uns zusammenraufen. und somit – auf beiden seiten – auch menschlich einiges dazulernen. und die gut/schlecht-diskussion verlegen wir dann auf das 10-jährige klassentreffen. bei einem guten gläschen wein 😉

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Eine Antwort zu gute lehrerInnen, schlechte lehrerInnen

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